Reit- und Fahrverein Wadelheim-Rheine e.V.

"Erste Hilfe am Pferd" mit Tierarzt Antonius Brink

Mein Pferd lahmt, ist verletzt, hat Schmerzen, verhält sich ganz eigenartig!  Immer wieder erlebe er solche Hilferufe am Telefon, erzählte Tierarzt Antonius Brink. „Und viele der Anrufer wissen überhaupt nicht, was zu tun ist, können auch nicht einschätzen, ob tatsächlich ein Notfall vorliegt.“

In einem äußerst spannenden Vortrag erklärte Brink den Wadelheimern, was im Fall einer Erkrankung oder Verletzung zu beachten ist. „Das Wichtigste ist, Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. Hektik und auch Ansammlungen neugieriger Stallkollegen vor der Box helfen weder Pferd noch Mensch!“

Mit den PAT-Werten Puls, Atmung und Temperatur lasse sich der Zustand des Tieres gut einschätzen. Im Zweifelsfall weiß man dann viel besser, ob der Tierarzt dringend gerufen werden muss oder das Pferd erst einmal beobachtet werden sollte. „Es ist gar nicht immer notwendig, das Pferd sofort durch den Tierarzt behandeln zu lassen. Lahmheit oder auch Fieber verschwinden oftmals von selbst.“ Und manchmal helfe auch der gesunde Menschenverstand und ein wenig Pferdewissen. Immer wieder brachte Brink sein Publikum bei dem eigentlich ernsten Thema zum Schmunzeln, so beispielsweise mit der Geschichte von dem Pferdebesitzer, der ihn aufgeregt anforderte, weil die Hinterbeine seines Pferdes von Eiter verkrustet seien. Eine stark rossende Stute, wie der Veterinär nach eiliger Anfahrt feststellte.

Brink zeigte auf, welche Utensilien in die Stallapotheke gehören und was bei Blutungen, Lahmheiten oder Koliken notfallmäßig vor dem Eintreffen des Arztes zu tun ist. Eine Sache lag ihm besonders am Herzen: „Viele Krankheiten und Verletzungen lassen sich vermeiden! Saubere Luft im Stall, gute Ernährung und Pflege, viel Bewegung und eine ausreichende Aufwärmphase vor dem Reiten“, klärte der Pferde-Doc über optimale Haltungsbedingungen auf. Nach dem ausführlichen Vortrag ging es noch auf die Vereinsstallgasse. Dort zeigte Brink, wie verschiedene Notfall-Verbände angelegt werden, wie Atmung und Temperatur - „bitte nicht im Pferdeohr, wie manch einer schon versucht hat" - überprüft werden und sich der Puls an den Innenseiten der Ganaschen ertasten lässt.